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Standing Ovations für Serena – Berlin erlebt einen ganz besonderen Tennisabend

cg - Es gibt Momente, in denen das Ergebnis beinahe zur Nebensache wird. Als Serena Williams am Dienstagabend das Steffi-Graf-Stadion betritt, erhebt sich das nahezu ausverkaufte Rund geschlossen von seinen Sitzen. Minutenlange Standing Ovations begleiten die 23-fache Grand-Slam-Siegerin auf ihrem Weg zum Court. Für viele Zuschauer geht an diesem Abend ein kleiner Traum in Erfüllung. Sie sehen nicht einfach nur ein Tennismatch – sie erleben ein Stück Tennisgeschichte.

Gemeinsam mit der Tschechin Karolina Muchova setzt Serena Williams ihr viel beachtetes Comeback auf der WTA-Tour fort. Immer wieder brandet Applaus auf, jedes gelungene Volley, jeder Winner wird gefeiert. Doch nach 1:29 Stunden ist das Berliner Kapitel zunächst beendet. Giuliana Olmos aus Mexiko und Erin Routliffe aus Neuseeland spielen ein äußerst solides Doppel und gewinnen verdient mit 6:4, 6:4.

Enttäuschung? Fehlanzeige. Serena genießt den Abend sichtbar und richtet den Blick bereits nach vorne. „Ich habe mich heute auf Rasen wohlgefühlt“, erklärt sie anschließend den Medienvertretern. Besonders freue sie sich darüber, gemeinsam mit ihrer Schwester Venus bei Wimbledon dank einer Wildcard im Doppel antreten zu dürfen. Dass zwischenzeitlich über eine mögliche Zusammenarbeit mit Coco Gauff spekuliert wurde, nimmt Serena gelassen. Sie spiele sehr gerne mit Karolina Muchova, sagt sie, schließt aber gleichzeitig nicht aus, künftig auch einmal gemeinsam mit Gauff auf dem Platz zu stehen. Diese hatte kurz zuvor lachend erklärt, sie hätte selbstverständlich sofort zugesagt, wäre sie gefragt worden.

Auch die aktuelle Weltranglistenerste Aryna Sabalenka verfolgt das Comeback mit großer Begeisterung. „Sie ist eine großartige Persönlichkeit. Es macht Spaß, ihr zuzuschauen. Serena sorgt für Aufmerksamkeit – für sich selbst und für unseren Sport.“ Worte, die zeigen, welchen Stellenwert Serena Williams noch immer im Welttennis besitzt.

Während auf dem Centre Court Weltstars aufschlagen, fällt vielen Besucherinnen und Besuchern in Berlin noch eine andere Veränderung auf. Wer das Turnier schon seit vielen Jahren besucht, erinnert sich vielleicht daran, dass Zuschauer früher ausschließlich während des Seitenwechsels ihre Plätze verlassen oder wieder einnehmen durften. Inzwischen gilt auf vielen WTA- und ATP-Turnieren eine modernisierte Zuschauerregelung. Besucher dürfen sich in großen Teilen der Tribünen deutlich freier bewegen. Für traditionelle Tennisfans ist das zunächst gewöhnungsbedürftig – besonders dann, wenn sich während des ersten oder zweiten Aufschlags plötzlich eine kleine Menschenschlange durch die Tribüne bewegt. Doch die neue Bewegungsfreiheit gehört inzwischen genauso zum modernen Profitennis wie Hawk-Eye Live oder das Coaching während der Partie. Tennis verändert sich eben nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben.

Sportlich gab es aus deutscher Sicht ebenfalls Grund zur Freude. Eva Lys steht im Achtelfinale. Die Hamburgerin setzte sich gegen die Polin Magdalena Frech mit 7:6(7), 6:3 durch. Vor allem der erste Satz entwickelte sich zu einem echten Nervenspiel, das Lys schließlich mit einem glücklichen Netzroller zum 9:7 für sich entschied. Im zweiten Durchgang fand sie nach kleineren Problemen mit ihren Schnürsenkeln immer besser in ihren Rhythmus und machte den Einzug in die nächste Runde perfekt. Dort wartet nun mit Elina Svitolina eine echte Herausforderung. Die Weltranglistenachte profitierte von der verletzungsbedingten Aufgabe Anna Kalinskayas und steht ebenfalls im Achtelfinale.

Keine Mühe hatte Madison Keys. Die Australian-Open-Siegerin von 2025 ließ der Berliner Vorjahresfinalistin Xinyu Wang beim 7:6, 6:1 kaum Möglichkeiten. Ebenfalls souverän präsentierte sich Karolina Muchova, die nach ihrem Doppelauftritt mit Serena Williams auch im Einzel überzeugte und Shuai Zhang mit 6:1, 6:3 bezwang. Im Achtelfinale treffen Muchova und Keys nun direkt aufeinander – eines der absoluten Topspiele der kommenden Runde.

Mit Linda Noskova, Karolina Muchova, Katerina Siniakova und Nikola Bartunkova stehen gleich vier Tschechinnen unter den letzten 16. Überraschend ebenfalls noch im Rennen ist die Französin Diane Parry, die die favorisierte Dänin Clara Tauson ausschaltete. Auch Paula Badosa erreichte souverän das Achtelfinale und fordert nun Coco Gauff heraus.

In der Doppelkonkurrenz standen neben dem Serena-Match vier weitere Achtelfinalspiele auf dem Programm. Coco Gauff und Jessica Pegula meisterten ihre Auftakthürde ebenso wie Asia Muhammad und Fanny Stollar, Sara Errani und Nicole Melichar-Martinez sowie Ekaterina Alexandrova und Linda Noskova.

Der Blick richtet sich nun auf den Mittwoch – und der verspricht erneut Tennis auf höchstem Niveau. Bereits um 11:00 Uhr eröffnet das Duell zwischen Donna Vekic und Alexandra Eala den Spieltag. Vekic reist mit dem Rückenwind ihres Turniersiegs in Queen’s nach Berlin, während die erst 21-jährige Philippinin Alexandra Eala längst als einer der spannendsten Shootingstars des internationalen Damentennis gilt. Ein Match, das deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als es auf den ersten Blick vermuten lässt.

Im weiteren Tagesverlauf greifen dann die ganz großen Namen ins Geschehen ein. Aryna Sabalenka trifft auf Ekaterina Alexandrova, Jessica Pegula spielt gegen Katerina Siniakova und Coco Gauff bekommt es mit Paula Badosa zu tun. Drei Partien, die problemlos auch das Programm eines Grand-Slam-Turniers schmücken könnten.

Für Tennisfans bietet sich also weiterhin die Gelegenheit, Weltklasse-Tennis hautnah an der Hundekehle zu erleben. Für Mittwoch und Donnerstag sind noch wenige Eintrittskarten erhältlich. Ab Freitag heißt es dann endgültig: ausverkauftes Haus.

Spielplan Mittwoch 17. Juni 2026

STEFFI GRAF STADION beginnt um 11:00 Uhr
[SE] D. Vekic (CRO) vs [WC] A. Eala (PHI) 
[3] J. Pegula (USA) vs [Q] K. Siniakova (CZE) 
NB 3:30 PM [WC] P. Badosa (ESP) vs [5] C. Gauff (USA) 
NB 5:30 PM [1] A. Sabalenka vs E. Alexandrova 

COURT 1 beginnt um 11:00 Uhr
E. Mertens (BEL) vs [WC] N. Bartunkova (CZE) 
A. Detiuc (CZE) / I. Khromacheva vs L. Kichenok (UKR) / D. Krawczyk (USA) 
I. Haverlag (NED) / I. Martins (BRA) vs U. Eikeri (NOR) / Q. Gleason (USA) 
T. Mihalikova (SVK) / O. Nicholls (GBR) vs [2] E. Mertens (BEL) / S. Zhang (CHN) 

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