cg - Es war angerichtet: der letzte Spieltag der 2. Bundesliga Nord der Herren, Sonne über Berlin, gespannte Gesichter und eine klare Ausgangslage. Der TC SCC führte die Tabelle hauchdünn an – punktgleich mit unseren „Rot-Weißen“, aber eben mit vier Matchpunkten Vorsprung. Vier kleine Zähler, die am Ende den Unterschied zwischen Sektkorken und stiller Zufriedenheit ausmachen sollten. Die Rechnung war einfach: Auswärts gegen GW Nikolassee musste ein klarer Sieg her, während man gleichzeitig hoffte, dass Oldenburg dem SCC das Leben schwer macht. Das Fernduell war eröffnet – und die Livescore-Tabs auf den Smartphones liefen heiß.
Der Auftakt in Nikolassee begann gleich mit einem emotionalen Höhepunkt: Alvaro Lopez San Martin gegen Lukas Maskow – ein Match, das die Fans in seinen Bann zog. Maskow schnappte sich Satz eins mit 6:4, doch Alvaro antwortete im zweiten Durchgang mit einem bärenstarken 6:1. Alles wieder offen – bis der Match-Tie-Break kam. Da war Maskow der Hellwachere, setzte die entscheidenden Nadelstiche und holte mit 10:4 den ersten Punkt für die Gastgeber. Ein Dämpfer, aber noch lange kein Beinbruch.
Denn „Rot-Weiß“ schlug zurück. Timo Stodder kämpfte sich nach Satzrückstand gegen Fryderyk Lechno-Wasiutynski zurück ins Match und gewann mit 3:6, 6:1, 10:5. Oriol Roca-Batalla zeigte gegen den Polen Maciej Rajski erst Spielkontrolle, dann Nervenstärke – 6:2, 3:6, 10:4. Nino Ehrenschneider nutzte die kleineren Schwächen in der Beinarbeit von Gregor Heinemann gnadenlos aus und punktete souverän 6:3, 6:2. Gabi Adrian Boitan musste sich dagegen Szymon Kielan nach hartem Kampf mit 4:6, 4:6 geschlagen geben. Und dann Robert Strombach – unsere Kampfmaschine an Position eins. Mit druckvollem Grundlinienspiel und klarem Kopf ließ er Jasza Bronislaw Szajrych keine Chance: 6:2, 7:5.
Zwischenstand nach den Einzeln: 4:2. Das gleiche Ergebnis, das parallel vom SCC gegen Oldenburg gemeldet wurde. Auf dem Papier also alles gleich – nur der Abstand in den Matchpunkten wollte einfach nicht schmelzen. Das kleine Wunder, das so viele Fans insgeheim erhofft hatten, blieb in weiter Ferne.
Aber wer unsere Jungs kennt, weiß: Aufgeben gibt’s nicht. Also ging es in die Doppel mit voller Kraft. Strombach/Roca-Batalla holten gegen Szajrych/Kielan ein blitzsauberes 6:2, 6:3. Stodder/Ehrenschneider ließen Lechno-Wasiutynski/Heinemann mit 6:3, 6:4 hinter sich. Nur Boitan/Olsson mussten sich nach großem Fight Rajski/Maskow geschlagen geben – und das hauchdünn mit 6:3, 5:7, 12:14 in einem Match-Tie-Break, der die ganze Bandbreite des Tennissports bot.
Am Ende stand ein 6:3-Auswärtssieg für den LTTC „Rot-Weiß“. Starke Leistung, großartige Matches, aber eben nicht genug, um die vier fehlenden Matchpunkte auf den SCC aufzuholen. Der Meistertitel und der Aufstieg in die 1. Bundesliga gehen nach Charlottenburg – herzlichen Glückwunsch.
Und trotzdem: Was für eine Saison! Die Herren um Kapitän Timo Taplick haben gezeigt, dass sie bereit wären, in der höchsten Liga mitzuspielen. Geschlossen, konstant und mitreißend haben sie sich durch die Spieltage gekämpft, die Heimfans begeistert und auswärts Respekt geerntet. Für 2025 hat es ganz knapp nicht gereicht – aber der Hunger auf mehr ist spürbar.
Jetzt geht’s für die Spieler auf Turnierreisen, ins Training oder vielleicht auch mal kurz zum Durchschnaufen. Und wir sagen: Danke. Danke für eine Saison voller Emotionen, für spektakuläre Ballwechsel und für all die Momente, in denen das Herz ein bisschen schneller geschlagen hat – am Livescore oder live an der Hundekehle.
Ein besonderer Dank geht auch an unsere Partner und Sponsoren, die diese Bundesliga-Reise überhaupt möglich machen: bett1, Engel & Völkers Commercial, David Patrick Kundler, Porsche Zentren Berlin, RHE Grundbesitz, MKC Sanitätshaus, Head, Zimmermann Sonnenschutzsysteme, Hansen & Heinrich Vermögensverwaltung, Moayedi Investments, D&H, Headrix Optik, 4Stones Immobilienvollservice und viele mehr. Ohne sie gäbe es kein Bundesliga-Feeling in dieser Form.
Das war die Saison 2025. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste im kommenden Jahr – mit unseren Damen in der 1. Bundesliga und unseren Herren in der 2. Bundesliga Nord. Berlin bleibt Tennis-Hauptstadt. Und wer weiß – vielleicht knallen die Korken bald in LTTC "Rot-Weiß".

















