Tel.: 030 - 895 755 0 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Mo.-Fr. 10:00-14:00 Uhr

Mehr drin beim Spitzenreiter

cg - Düsseldorf an einem Freitagnachmittag im Hochsommer. 28 Grad, Sonne, ein leichter Wind und auf der anderen Seite des Netzes ausgerechnet jene Mannschaft, die in dieser Saison bislang noch niemand bezwingen konnte. Man hätte sich für den sechsten Spieltag der 2. Bundesliga Nord sicherlich eine gemütlichere Aufgabe aussuchen können. Aber Bundesliga ist eben kein Wunschkonzert, und so führte der Spielplan den LTTC „Rot-Weiß“ zum Rochusclub, dem Absteiger aus der 1. Bundesliga, aktuellen Tabellenführer und ziemlich deutlichen Anwärter darauf, den Aufenthalt im Unterhaus möglichst auf ein einziges Jahr zu begrenzen.

Dass die Berliner angesichts dieser Ausgangslage nicht sämtliche Goldstückchen in die Waagschale warfen, gehörte zur vernünftigen Planung dieses langen Bundesliga-Wochenendes. Schließlich wartet bereits am Sonntag die nächste Begegnung in Aachen. Mit Robert Strombachs, Oleksii Krutykh, Artem Lyapshin, Nino Ehrenschneider, Oriol Roca-Batalla und Timo Stodder sowie Team-Kapitän Timo Taplick war die Reisegruppe diesmal etwas anders zusammengesetzt als zuletzt, aber keineswegs nach dem Motto: hinfahren, Hände schütteln, Punkte abgeben und weiter. Im bett1 Sprinter und mit dem leistungsstarken Porsche der Porsche Zentren Berlin ging es Richtung Düsseldorf. Kleineres Besteck vielleicht, aber ganz sicher keine weiße Fahne im Gepäck.

Und wer gedacht hatte, der ungeschlagene Tabellenführer würde den Berlinern schnell erklären, wer hier das Sagen hat, musste zumindest bei Robert Strombachs ein wenig umdenken. Sein Match gegen Tomasz Berkieta begann alles andere als komfortabel. Der Pole zog davon, Strombachs lief hinterher. Nur ist Hinterherlaufen bei ihm bekanntlich selten gleichbedeutend mit Aufgeben. Er arbeitete sich zurück, holte Punkt um Punkt und war plötzlich wieder mitten in einem Satz, der eigentlich schon fast davonzulaufen schien. Am Ende ging dieser dennoch an Berkieta.

Im zweiten Durchgang wurde daraus ein Kampf um jeden Zentimeter Asche. Berkieta war mehrfach dicht dran, Strombachs aber blieb Strombachs. Immer wieder zurückkommen, noch einen Ball spielen, noch einmal Druck machen. Der Satz musste in den Tie-Break und dort holte sich der Berliner die Entscheidung. Also Match-Tie-Break. Ja, genau jener Spielabschnitt, über den man bei „Rot-Weiß“ in dieser Saison inzwischen einige Geschichten erzählen könnte. Diesmal allerdings eine erfreuliche. Strombachs blieb dran, gewann und quittierte den ersten Berliner Matchpunkt standesgemäß mit geballter Faust.

Auch Oleksii Krutykh musste gegen Marc Majdandzic zunächst einem Satzrückstand hinterherlaufen. Im zweiten Durchgang sah die Sache schon ganz anders aus. Krutykh übernahm zunehmend das Kommando, zwang seinen Gegner in die Entscheidung und stand damit ebenfalls im Match-Tie-Break. Diesmal fehlten dort die entscheidenden Punkte. Majdandzic holte den Punkt für Düsseldorf. Ärgerlich, natürlich. Aber die Bilanz der Match-Tie-Breaks sollte an diesem Nachmittag am Ende ohnehin ausgeglichen sein. Der Teufel trug diesmal also nur gelegentlich „Rot-Weiß“.

Eine ganz eigene Geschichte schrieb Artem Lyapshin. Er stand erstmals in einem Einzel der 2. Bundesliga auf dem Platz und bekam mit Max Stenzer gleich einen Gegner serviert, bei dem wenig Zeit blieb, sich gemütlich an die neue Aufgabe zu gewöhnen. Lyapshin geriet zunächst zurück, ließ sich davon aber erstaunlich wenig beeindrucken. Er arbeitete sich in den Satz hinein, kam immer näher und zwang Stenzer schließlich in den Tie-Break. Dort fehlten nur wenige Punkte.

Auch im zweiten Satz blieb das Match eng. Lyapshin hielt dagegen, spielte mutig, suchte seine Möglichkeiten und ließ seinen Gegner nie wirklich davonziehen. Am Ende reichte es nicht zum ersten Einzel-Matchpunkt in der Bundesliga, aber das Ergebnis erzählte nur die halbe Geschichte. Für ein Debüt auf diesem Niveau war das ein bemerkenswert selbstbewusster Auftritt. Einzig die sonst gern bei seinen Matches versammelte Berliner Fangemeinde fehlte diesmal am Spielfeldrand. Düsseldorf liegt für einen Freitagnachmittag eben doch ein paar Kilometer außerhalb des gewohnten Radius.

Nino Ehrenschneider bekam es mit Neil Oberleitner zu tun und fand gegen den Österreicher nicht richtig in jene Spur, die ihn in den vergangenen Begegnungen immer wieder ausgezeichnet hatte. Oberleitner setzte früh die Akzente und ließ sich den Vorteil anschließend nicht mehr nehmen. Ein weiterer Punkt für den Tabellenführer.

Oriol Roca-Batalla durfte sich derweil bei 28 Grad vielleicht noch einmal an die Salzmühle vom vergangenen Sonntag erinnert haben. Ob tatsächlich wieder eine Portion Salz in seiner Trinkflasche landete, ist nicht überliefert. Bei diesen Temperaturen hätte es jedenfalls niemanden verwundert. Gegen Jelle Sels erwischte Roca-Batalla zunächst einen schwierigen Start. Der Niederländer bestimmte den ersten Satz, doch danach änderte sich das Bild. Der Spanier biss sich ins Match, hielt die Partie offen und holte sich den zweiten Durchgang im Tie-Break.

Wieder musste die Entscheidung her. Und auch Roca-Batalla behielt diesmal im Match-Tie-Break die Nerven. Zweiter Punkt für Berlin. Wer nur auf die Papierform geschaut hatte, dürfte spätestens jetzt festgestellt haben, dass „Rot-Weiß“ durchaus vorhatte, dem Tabellenführer den Nachmittag ein wenig unbequem zu machen.

Timo Stodder tat auf dem nächsten Platz alles dafür, diesen Eindruck zu bestätigen. Gegen Filip Horansky entwickelte sich eine Partie, in der kaum etwas zwischen die beiden Spieler passte. Und ausgerechnet mitten in dieser engen Angelegenheit geschah für alle Fans zu Hause etwas ausgesprochen Unbefriedigendes.

Der Livescore war weg.

Einfach weg.

Keine Zwischenstände mehr, keine Zahlen, kein heimliches Aktualisieren des Bildschirms. Wer in Berlin saß und den Spieltag aus der Ferne verfolgte, musste plötzlich jene alte Kulturtechnik wiederentdecken, die in Zeiten von Livetickern beinahe vergessen scheint: warten.

Oder man hätte eben doch nach Düsseldorf fahren müssen.

Erst später lieferte der Spielbericht die Auflösung. Stodder hatte Horansky zwei Sätze lang alles abverlangt. Beide Durchgänge gingen in den Tie-Break, beide Male hatten die Düsseldorfer am Ende knapp die Nase vorn. Ein paar Punkte hier, ein paar Punkte dort, und auch dieses Match hätte eine andere Richtung nehmen können.

Nach den Einzeln führte der Rochusclub mit 4:2. Keine Überraschung angesichts der bisherigen Saison des Tabellenführers, aber eben auch keine Begegnung, die längst erledigt gewesen wäre. Drei Doppel standen noch aus, und mit einer solchen Ausgangslage hatten die Berliner erst wenige Tage zuvor Erfahrungen gesammelt. Beim Derby gegen den TC 1899 Blau-Weiss waren nach einem 2:4 zunächst die Dominosteine gefallen. Erst einer, dann der zweite, bis am Ende tatsächlich ein einziges Doppel über den gesamten Spieltag entschied.

Vielleicht noch einmal?

Oriol Roca-Batalla und Timo Stodder machten jedenfalls den Anfang. Gegen Jelle Sels und Tomasz Berkieta spielten sie konzentriert und brachten den dritten Berliner Punkt ins Ziel. 3:4. Für einen kurzen Moment durfte also wieder gerechnet werden.

Doch diesmal blieb der zweite Dominostein stehen. Nino Ehrenschneider und Oleksii Krutykh fanden gegen Neil Oberleitner und Marc Majdandzic nicht den nötigen Zugriff auf die Partie. Die Düsseldorfer entschieden das Doppel klar für sich und damit war der Tagessieg des Rochusclubs gesichert.

Robert Strombachs und Artem Lyapshin waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch beschäftigt. Gegen Filip Horansky und Max Stenzer holten sie den ersten Satz nach Berlin, mussten den zweiten abgeben und landeten damit, natürlich möchte man beinahe sagen, im Match-Tie-Break. Zwei Punkte fehlten am Ende zum Sieg. Düsseldorf holte das Doppel und stellte den Endstand auf 6:3.

Damit blieb der Rochusclub auch nach diesem sechsten Spieltag ungeschlagen und verteidigte seine Tabellenführung. Wer vor der Begegnung einen Blick auf die bisherige Saison der Düsseldorfer geworfen hatte, wird darin keine Sensation erkennen. Trotzdem durfte sich „Rot-Weiß“ auf der Rückfahrt ein wenig darüber ärgern, dass nicht noch mehr drin war. Vier Match-Tie-Breaks gab es an diesem Nachmittag, zwei gingen nach Düsseldorf und zwei nach Berlin. Zwei enge Entscheidungen anders herum, und selbst beim Tabellenführer hätte plötzlich ein 5:4 für den LTTC auf dem Spielberichtsbogen stehen können.

Aber Tennis funktioniert bekanntlich nicht im Konjunktiv.

Das 3:6 steht, der Rochusclub bleibt Spitzenreiter und „Rot-Weiß“ findet sich nach diesem Freitag auf Tabellenplatz sieben wieder. Das ist keine Position, auf der man es sich für den Rest des Sommers gemütlich machen möchte. Grund für düstere Mienen auf der Autobahn besteht allerdings ebenso wenig. Vier Spieltage sind noch zu absolvieren und damit reichlich Gelegenheit, die Tabelle wieder freundlicher aussehen zu lassen.

Ohnehin dürfte die Nachbesprechung im bett1 Sprinter diesmal eher kurz ausfallen. Düsseldorf ist erledigt, aber das Wochenende noch lange nicht. Die Taschen müssen gar nicht erst vollständig ausgepackt werden, denn die Reise geht weiter nach Aachen. Bereits am Sonntag wartet beim TK Blau-Weiss Aachen die nächste Aufgabe. Zwei Auswärtsspiele innerhalb weniger Tage, dazwischen Autobahn, Regeneration und möglichst viel Energie zurück in die Beine bekommen. Bundesliga-Sommer eben.

Bleibt für die Fans in Berlin nur eine Bitte an die Technik: Am Sonntag möge der Livescore wieder bis zum letzten Ball durchhalten. Wer schon nicht am Platz stehen kann, möchte wenigstens wissen, was dort passiert.

Und wer nach all den Auswärtsterminen genug vom Blick auf Zahlen und kleine digitale Tennisbälle hat, sollte sich den nächsten Heimspieltag schon jetzt dick im Kalender markieren. Am Freitag, dem 7. August 2026, kommt ab 13:00 Uhr der TC GW Nikolassee an die Hundekehle. Ein kleines Berlin-Derby gegen eine Mannschaft, die im bisherigen Saisonverlauf gezeigt hat, dass mit ihr durchaus zu rechnen ist.

Bis dahin rollt der Berliner Tross weiter durch den Westen. Düsseldorf liegt hinter ihm, Aachen vor ihm. Und irgendwo dazwischen wäre ein Sieg am Sonntag ein ausgesprochen angenehmer Reisebegleiter.

BER 25 CB Logo


WELTKLASSE TENNIS AUF WIMBLEDON RASEN
VOM 13. BIS 21. JUNI 2026

Platzreservierung

Ihre Platzreservierungen für den Sommer und Winter können Sie bequem über unser Online-Buchungsportal vornehmen.

bett1 Tennis-Camps

Für Online-Buchungen unserer bett1 Tennis-Camps können Sie den nachfolgenden Link nutzen.

Fitness-Angebote

Zur Teilnahme an unseren Fitness-Angeboten können Sie unser Online-Buchungssystem mit nachfolgendem Link nutzen.

Kontakt LTTC "Rot-Weiß"

LTTC "Rot-Weiß" e.V.
Gottfried-von-Cramm-Weg 47-55
14193 Berlin

Tel.: 030 - 895 755 0
info@rot-weiss-berlin.de
Mo.-Fr.: 10:00 - 14:00 Uhr

Platzreservierung im Sommer:
Tel.: 030 - 895 755 30
Mo. - Fr. 15:00 bis 19:00 Uhr
Wochenende und Feiertage 9:00 bis 19:00 Uhr

Kontakt Tennisschule

LTTC "Rot-Weiß" e.V.
Gottfried-von-Cramm-Weg 47-55
14193 Berlin

Tel.: 030 - 895 755 12
tennisschule@rot-weiss-berlin.org

Kontakt Club-Gastronomie

Grand Slam - Club-Gastronomie
Gottfried-von-Cramm-Weg 47-55
14193 Berlin

Tel.: 030 - 55 20 04 01
Mail: feola.e@web.de

Öffnungszeiten
Mo. - So. 9:00 - 23:00 Uhr