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Matchball verwandelt, Klasse gehalten

cg - Mit einem ungefährdeten 9:0 gegen den TC GW Nikolassee sichert sich der LTTC „Rot-Weiß“ vorzeitig den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Nord der Herren

Es gibt Spieltage, an denen jeder Punkt mühsam erkämpft werden muss. Und es gibt Nachmittage, an denen eine Mannschaft vom ersten Aufschlag an klarmacht, dass sie heute keine Umwege nehmen möchte. Der vorletzte Spieltag der 2. Bundesliga Nord der Herren an der Hundekehle war ganz eindeutig Letzteres. Im kleinen Berlin-Derby gegen den TC GW Nikolassee ging es für den LTTC „Rot-Weiß“ um mehr als zwei Punkte. Es ging um den Klassenerhalt – und den wollte sich niemand erst am letzten Spieltag verdienen müssen.

Die Ausgangslage hätte unterschiedlicher kaum sein können. Die Gäste aus Zehlendorf reisten mit einem gesicherten fünften Tabellenplatz an, ohne echten Druck im Gepäck. Der LTTC dagegen brauchte dringend etwas Zählbares, um den Klassenerhalt schon vor dem letzten Spieltag festzuzurren. Wer vor Spielbeginn einen Blick auf die beiden Aufstellungen warf, konnte bereits ahnen, wie unterschiedlich beide Teams in diesen Nachmittag gingen.

Vor rund 150 Zuschauern übernahm „Rot-Weiß“ von der ersten Minute an die Kontrolle. Bereits nach gut einer Stunde trug Oberschiedsrichterin Nelli Beder die ersten Einzelsiege in den Spielbericht ein, und es sollte nicht bei wenigen bleiben. Einzig das Duell zwischen Hynek Barton und Lukas Maskow bot echten Widerstand: Maskow hielt im ersten Satz lange gut mit, ehe Barton mit der klügeren Taktik die Oberhand behielt und sich 6:4, 6:3 durchsetzte.

Deutlicher fiel das Ergebnis zwischen Robert Strombachs und Jan Niklas Buchwald aus. Strombachs ließ seinem Gegner beim 6:1, 6:0 kaum eine Gelegenheit, ins Spiel zu finden – ein Resultat, das die Kräfteverhältnisse an diesem Nachmittag ziemlich genau widerspiegelte. Vielleicht kam den Berlinern dabei auch das deutlich mildere Wetter entgegen, nach den heißen Tagen der vergangenen Woche. Vor allem aber wirkte „Rot-Weiß“ von Beginn an fokussiert und bereit, dieses Kapitel möglichst früh abzuschließen.

Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden standen sämtliche Einzel fest: sechs Siege für den LTTC, der Tagessieg damit längst gesichert. Nachlassen wollte an der Hundekehle dennoch niemand – in einer Saison, in der so manches Match-Tie-Break über wenige Punkte entschied, wollte man auch die letzten Zähler nicht leichtfertig liegen lassen.

Während die Mannschaftsführer in der Pause ihre Doppelaufstellungen einreichten, nutzten viele Zuschauer die Zeit für ein Eis oder einen Cappuccino auf der Terrasse des „Ristorante Grand Slam“ und tauschten sich über die bisherigen Matches aus. Unter ihnen machte dabei ein Gedanke augenzwinkernd die Runde: Ob Nikolassee heute nicht mit einem kleinen Geschenk, verpackt in einer großen roten Schleife, an die Hundekehle gekommen sei. Ganz von der Hand zu weisen war der Verdacht nicht – hinter vorgehaltener Hand hieß es, man habe dem LTTC die Chance auf den Klassenerhalt bewusst nicht verbauen wollen, während man selbst längst gesichert im Tabellenmittelfeld stand. Nebenbei, so ein Scherz am Spielfeldrand, spare man sich damit auch gleich den CO2-Fußabdruck für unnötige Reisen im kommenden Jahr. Der Treppenwitz an der Sache: Sollte Berlin dadurch tatsächlich mit drei Mannschaften in der 2. Bundesliga Nord vertreten bleiben, dürften sich vor allem die Fans freuen, die sich auf kurze Wege zu hochklassigen Derbys verlassen können.

Auch die Doppel gingen komplett an „Rot-Weiß“. Am Ende stand ein klares 9:0 auf dem Spielberichtsbogen – gerade einmal 30 Spiele überließ der LTTC den Gästen aus Zehlendorf an diesem Nachmittag. Eine Überlegenheit, wie man sie sich bei der einen oder anderen engen Saisonbegegnung auch gerne gewünscht hätte. Zu oft war der LTTC in dieser Spielzeit nah dran gewesen, ehe ihm in Match-Tie-Breaks das nötige Glück fehlte.

Mit diesem Erfolg steht der LTTC „Rot-Weiß“ zwar nur auf Tabellenplatz sechs, doch die sechs Punkte reichen für den vorzeitigen Klassenerhalt: Der Marienburger SC und der Bremer TC von 1912 stehen mit nur zwei Punkten auf den Abstiegsrängen und können nicht mehr vorbeiziehen. Der heutige Spieltag war damit exakt die Punktlandung, die sich der LTTC erhofft hatte. In der Saison 2027 werden die Karten neu gemischt - hoffentlich mit weniger Begegnungen mit jenem Match-Tie-Break-Monster, das dem Team in diesem Jahr immer wieder Salz in die Suppe gestreut hat.

Ein großer Dank geht an die Fans am Spielfeldrand, die ihren Teil zum Heimsieg beigetragen haben, ebenso an alle, die von zu Hause aus den Livescore verfolgt haben - und an den TC GW Nikolassee für einen fairen Spieltag.

Ganz vorbei ist die Saison damit noch nicht. Am kommenden Sonntag, dem 9. August 2026, steht das letzte Heimspiel an: gegen den Abstiegskandidaten Bremer TC von 1912. Wer noch einmal starkes Tennis an der Hundekehle erleben möchte, ist herzlich eingeladen.

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